Donnerstag, 15. April 2010

Workshop 'GEWINNEN' in Neusiedl am See

Mein Mentalworkshop 'GEWINNEN' findet als öffentlich zugängliche eintägige Veranstaltung am 8. Mai 2010 im Bundesleistungszentrum für Segeln und Surfen in Neusiedl am See von 9:00 bis 18:00 statt.


Gleich ob Du mal in die Welt Deiner mentalen Möglichkeiten schnuppern willst, oder an neuen Akzenten oder Sichtweisen interessiert bist, Du wirst deine eigenen unbewussten Motivationsstrategien erkennen und anhand praktischer Beispiele und Übungen Techniken erfahren, die Dir helfen diese Strategien bewusst und gezielt einzusetzen und emotionale Kontrolle und Ausgeglichenheit zu leben.
Konzentrations- und Achtsamkeitsübungen verbunden mit Erfolgs- und Zielstrategien werden Dir helfen, leichter den Zustand des "Flow" zu erreichen - egal bei welcher Tätigkeit - und du wirst erfahren, was der "High Performance State" für Dich und die Erreichung Deiner Ziele bedeutet.
Kurz Gesagt üben wir gemeinsam die Strategien und Techniken, die mir zum Gewinn einer Olympischen Goldmedaille verhalfen.

Weitere Infos, die Anmeldung und Bilder des schönsten Seminarortes der Pannonischen Ebene gibt es auf der Website des Segelzentrums: www.segelzentrum.at

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Die Stimme der Olympiasieger

Heute wurden in der Wiener Champions Bar heimische Medienvertreter über die Gründung einer Vereinigung der österreichischen Olympiasieger und Sportlegenden im Rahmen einer Pressekonferenz informiert.

Peter Seisenbacher, Emese Hunyady, Michael Hadschieff, Hans Enn und ich wurden von Jo Metzger anmoderiert und präsentierten zum einen die Petition an Karl Stoss, die unseren Wunschkatalog an das ÖOC darstellt und bereits von zahlreichen Sportlern wie Maier, Innauer, Vettori, Klammer, Götschl, Prock, Krankl, Muster, Dorfmeister, Hagara, Steinacher, Appelt, Neuner und Tagwerker unterzeichnet wurde.

Zum anderen erläuterten wir unseren Wunsch, dass es in Zukunft auch eine österreichische Athleten Kommission geben soll, wie sie im Internationalen Olympischen Comité bereits seit Jahrzehnten besteht, Beirat ist und Mitspracherecht hat.

Unser Beweggrund ist vor allem, dass der österreichische Sport unter seinem antiken und parteipolitisch durchzogenen System leidet, in dem oftmals vernünftige Entscheidungen Mangelwahre sind. In diesem Sumpf der Funktionäre und Machtspiele wollen wir ein Leuchtfeuer der Vernunft und des Realitätsbezuges sein.

Während es im IOC und in großen Sportnationen normal ist, dass das Wissen und die Kompetenz von Sportgrößen konsultiert und in Prozessen der Entscheidungsfindung eingebunden werden, so wurden bisher heimische Athleten nach Erfolgen von den momentan im Amt sitzenden Politikern zum Aufpolieren ihres eigenen Glanzes genutzt und mit einem Dankeschön entlassen und das war es dann.

Wir wollen niemand etwas wegnehmen, stellen auch keine Forderungen bei der Besetzung von Gremien und bezweifeln auch nicht, dass es auch Funktionäre gibt, die gute Arbeit leisten, stellen aber fest, dass mit unserer Meinung und Stimme in Zukunft zu rechnen sein wird.
„Gemeinsam sind wir stark!“ sagte eine Kaffeebohne zur anderen.

Unter dem Thema „Lernen aus Niederlagen – nur eine These?“ fand eine Podiumsdiskussion in Redoutensaal der Wiener Hofburg statt, an der auch ich als Diskutant teilnahm. Die weitere Besetzung bestand aus Frau Goldmann (Coach und Trainer), der Wiener Polizeivizepräsidentin Pfeifenberger und Hannes Jagerhofer. Diskussionsleiter war Gerd Prechtl.



Die Eröffnung fand durch Harl, Ulmer, Jank und Leitl statt, moderiert durch Peter Resetarits.

Mein Beispiel zu diesem Thema lag auf der Hand: Die größte Enttäuschung meiner Karriere als Olympiasurfer, die vom ÖOC / Jungwirth verweigerte Teilnahme an den Olympischen Spielen 96, wurde zum Start der Vorbereitung zu meinem größten Erfolg, der Goldmedaille in Sydney 2000. Meine Erkenntnis aus der späteren Reflektion dieser Tatsachen ist die, dass die Krise, das Scheitern an sich, im Moment in keiner Weise wertbar ist. Es stellt eine Herausforderung und Chance zum Neubeginn dar, die man sogar schätzen sollte.

Dass das im Moment verständlicherweise oft sehr schwer möglich ist stellt auch kein Problem dar, weil die Kraft der Motivation, die aus einer negativen Situation entstehen kann sehr stark und als Initialzündung sehr wirksam sein kann. Wünschenswert ist es aber, dass man diese „Weg von – Strategie“ (Weg von einem unerwünschten Szenario) in eine „Hin zu – Motivationsstrategie“ umwandelt, indem die neuen, angestrebten Ziele die täglichen Leitbilder werden.



Nichts anderes drückte eigentlich Peter Resetarits aus und brachte es trefflich auf den Punkt, als er in seiner Einleitung seinen Großvater zitierte, der in ehrlichem Wienerisch immer sagte: „Wer was zu was guat is!“

Den Ausführungen der anderen Diskutanten konnte ich leider kaum folgen, da die Akustik am Podium dies nicht zuließ. Zu verstehen war aber Jagerhofers Geschichte über seine erste Beach Volleyball Veranstaltung in Klagenfurt, bei der zum Eröffnungsspiel gerade 18 Personen in Publikum saßen und davon 16 zu seiner Verwandtschaft zählten. Daraufhin bestach er den Bademeister des angrenzenden Freibades, und lud die Badegäste mit der Einladung zu Freibier auf die Tribünen. Diese folgten und es wurde die erste Sportveranstaltung in der österreichischen Fernsehgeschichte, bei der pro Zuseher auch eine Bierkiste zu sehen war.

Mit dieser und weiteren Anekdoten gab es einiges an schallendem Gelächter im Publikum. Jagerhofers Message war zusammengefasst, dass es kein Aufgeben gibt – irgendwann wird es funktionieren, auch wenn es natürlich immer eine Gradwanderung zwischen Aufbau und Existenzgefährdung ist.

Abgerundet wurde die Podiumsdiskussion durch einen Vortrag des Psychotherapeuten Reinhold Wildner. Mit umfangreichem Wissen erläuterte er ein interessantes System von verschiedenen Bewusstseinsstufen, um eine Erklärung zu geben, wie wir denn eigentlich psychisch ticken wenn es kriselt. Lustig waren seine oft sehr direkten Anspielungen auf grundmenschliche Bedürfnisse, wie dem steigenden Blasendruck des Publikums nach über zwei Stunden der Vorträge ohne Pause.

Den Abschluss fand dieser Tag der Wirtschaftskammer mit einem Galadinner im Großen Saal der Hofburg. Hier fand wohl für die Meisten der Höhepunkt statt, als Markus Hengstschläger einen Vortrag hielt, der an Witz und Tiefgründigkeit, an Populismus und Wissenschaftlichkeit kaum zu überbieten war. Praktisch permanentes Gelächter und lange Ovationen waren sein Lohn für eine Darbietung, die, dem Anlass entsprechen, wahrlich vorbildhaft war. Wenngleich sein wichtigstes Eingangsstatement das war, dass er nur Beispiele aus der Biologie und Genetik und über Lebewesen, die kaum über die Einzeller hinauskommen, geben kann, weil er sonst keine kennt, so waren seine Ausführungen eine glanzvolle Sammlung von Erklärungen und indirekten Seitenhieben auf uns Menschen, unsere Gesellschaftssysteme und insbesondere unserem Bildungssystem. Seine Grundaussage war, dass nur das Individuum auf lange Sicht erfolgreich sein wird. Gibt es in einem Tümpel voller Hydras (einfach gestrickten identen Tierchen) eine Temperaturerhöhung, so werden ALLE sterben. Gibt es viele individuelle Typen so werden einige überleben und den Bestand der Rasse sichern. Für Hengstschlägers Weitsichtigkeit sprach auch seine weitere Ausführung, dass diese Individuellen Typen nur dann wirklich stark sein werden, wenn sie wie Fasern zu einem starken Seil zusammengedreht werden. Zusammenfassend hielt er ein im höchsten Maße unterhaltsames Plädoyer für Toleranz und Zusammenhalt.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Ich bin sauber!

Oh die bösen Doper, diese Betrüger, Schwindler, Scharlatane. Diese Abgrund tief verabscheubaren "Undividuen", diese Antichristen unseres Abendlandes, die unser „täglich Brot“ verwandeln in: „Gebe ich mir meine täglich Droge heute, um zu verbessern meine Leistung morgen!“ Diese …diese Spritzensportler, die nur um sich zu bereichern am Sieg, um sich die schönsten Frauen zu stehlen, womöglich noch Politiker werden, um sich künstlich hoch zu spielen, aus ihren Abgründen, die sich einfach mit brachialischer Willensgewalt, Körper und Leben verachtendem und allgemein völlig unverständlichem Maso- und Sadismus an ihre Spitze kämpfen, die es wagen vorzustehen, gerader, steifer, stärker, ausdauernder als wir alle – die, die vorgeben die Gesunden, Sauberen, Disziplinierten, Kräftigen, Unerschütterlichen, Durchhaltenden, Aufrechten, Makellosen zu sein – die, ja gerade die dopen, betrügen, schwindeln!!! Diese Schweine, diese Verräter meiner intimsten, aufrichtigsten, mir selbst gut gemeinten Träume.

„Ich war du in meinem Traum – doch auch so kommst du mir recht!“ Du „Auf ihn zeigt MAN mit dem Finger“ du, du Lügner, Betrüger, Abschaum der gerechten Gesellschaft, du Tretender, Lang- und normal Laufender, Hebender, über Hürden Stolpernder und sich sonst irgendwie bewegender Verräter – die Schwimmer sind durchs Wasser bedingt sowieso sauber – du bist mir gerade recht. Eingesperrt gehörst du, getreten und verächtet – viel mehr als ich. Enterbt, entehrt, verachtet – um mich hoch zu heben, leben. Ja – auf dich zeige ich jetzt mit dem Finger – gerade recht kommst du mir – fühl ich mich doch besser so. Sollte ich das etwa nicht?? Bin ich doch sauber. Ja! Sauber bin ich doch. Tu meine Arbeit tun. Ja - habe meine Freunde. Trinken Bier und Schnaps und Wein, rauchen unsre Zigaretten und die Lustigen, ein Näschen zum Geburtstag oder zwei – was ist das schon. Ich tu ja eh meine Arbeit tun. Im Beruf da komm ich weiter, steige über andere wenn es geht, rede sie schon mal schlecht – aber sind sie ja auch – die Konkurrenz machen wir fertig, hängen ja Arbeitsplätze dran – bei uns...äh…was auch immer.

Unser System funktioniert, für ziemlich lange Zeit schon, zumindest bis vor kurzem noch, aber das kapier ich eh noch immer nicht so genau. Jedenfalls funktioniert es noch für mich. Zahle meine Raten, wie ist egal, anschaffen muss ich, dann ist sie zufrieden. Bin ich doch auch nur ein Sklave der Umstände, erfülle meine Verpflichtung. Bin angesehen dadurch, bei Partner, Freunden, Kollegen und Relevanten – und auf keinem Podium. Und jetzt kommst du und lässt dich erwischen. Ich bin du in meinem Traum und jetzt tust du mir das an, setzt mir den Spiegel vor, wagst es durch deine Dummheit mich bloßzustellen, mich, meine Freunde, meine Kollegen, uns alle – das heilige System! Nein! So nicht! Mit dem stinkenden Finger zeige ich auf dich – und gewaschen ist er dann in Unschuld. Ich nicht! Nicht mit mir! Ich bin sauber! Und lasse lieber die Augen zu. Zum Glück gibt's noch die Segler.

Samstag, 23. August 2008

Zeichen der Zeit | OS Peking

Zwei Wochen voller sportlicher Unterhaltung der Extraklasse gehen zu Ende. Großartige Leistungen und herbe Enttäuschungen hielten uns bei Laune. Alles lief ziemlich planmäßig ab. Ein paar gedopte Menschen und Pferde waren zu erwarten. Ansonsten erstrahlte nicht nur Peking in Glanz und Sauberkeit, auch die sportlichen Wettkämpfe waren so, wie sie zu sein haben. Insbesondere die Olympischen Athleten ließen sich offenbar von der chinesischen Disziplin anstecken, hielten sich strickt an die Regeln, wuschen ihre Hände in Unschuld und machten bis jetzt von ihrem Recht Gebrauch, sich voll und ganz auf ihre sportliche Leistung zu konzentrieren.

Kein Zeichen des Protests, keine Schleifen oder besondere Handhaltungen, noch sonst eine solidarische Geste waren zu beobachten, die in irgendeiner Weise an die völkerrechtlichen Grausamkeiten erinnert hätten, deretwegen doch das ganze große Spiel im Vorfeld sogar gänzlich in Frage gestellt wurde. Dafür gibt es nur drei Möglichkeiten: Die Sportler sind allesamt weltfremde, rückgradlose Egozentriker. Oder die chinesischen Bildproduzenten machten ihren Job der Zensurierung unmerklich gut (abgesehen von plötzlichen Bildunschärfen, z. B. als die Italiener zur Eröffnungsfeier einmarschierten). Oder die Einschüchterungen der Athleten durch das IOC waren diktatorisch erfolgreich.

Was es auch gewesen sein mag. Es gilt zu hoffen, daß diese Olympischen Spiele China einen großen Schritt näher an die Vision von freiem Denken und Leben bringen. Es war ein pompöses und beeindruckendes Fest für Athleten und Zuseher. Von Zufriedenheit kommt aber kein Fortschritt.

Freitag, 22. August 2008

Kopflastig | OS Peking

Einen langen Atem beweisen immer wieder die Segler, nicht der Wind in der acht Millionen Kleinstadt Qingdao. Da jedes Revier seine speziellen Eigenheiten hat, bereiten sich die Olympiaaspiranten schon jahrelang vor dem alles entscheidenden Wettkampf vor Ort vor, um zum Zeitpunkt X die variablen Verhältnisse voraussagen zu können. Wellen, Strömungen und der Wind, der nur einmal, beim Medalrace der 49er Klasse kräftig hustete.

Etliche chinesische Trainingslager der österreichischen Segelarmada in den letzten Jahren waren eine gute Vorbereitung und Ausdauerleistung, an der es nicht lag, daß sie ohne Medaille heimkehren müssen. Es gibt keine bessere Erklärung, als daß im Segelsport einfach alles möglich ist. Keine andere olympische Disziplin bietet eine derart große Komplexität der Aufgabenstellung und der beteiligten Faktoren.

Auffallend ist, nicht nur im Segeln, daß Athleten, die vier Jahre altes Edelmetall in der Tasche haben, es durchwegs schwierig finden, den Erfolg zu wiederholen. Dies bringt uns, trotz aller Komplexität, wieder zu einem, klar definierbaren leistungsentscheidenden Aspekt – der mentalen Vorbereitung.
Egal was alles am Erfolg beteiligt ist, entscheidend ist am Ende immer der lange Atem der Gedanken und Emotionen.

Donnerstag, 21. August 2008

Ehrenhaft | OS Peking

Sport ist Lebensschule, oder sollte das zumindest sein. Nicht nur die Athleten selbst können aus ihrer Karriere des zielstrebigen Arbeitens eine Menge Qualitäten und Werten schöpfen und sich einüben, um daran persönlich zu wachsen. Auch die Zuseher haben die Möglichkeit, sich die eine oder andere Verhaltensweise abzusehen, wenn Menschen in Extremsituationen brillieren oder verlieren.

Von den bekannten, wünschenswerten und natürlich auch nicht immer vorhandenen Eigenschaften der olympischen Sportler wie Zielstrebigkeit, Ausdauer, Fairneß, mentale Stabilität, etc. sticht eine hervor, die am einfachsten zu verstehen und möglicherweise auch die wichtigste ist – die Ehre. Schon unseren Kleinkindern versuchen wir das Verlieren beizubringen, da das Siegen ganz gut von alleine funktioniert. Daß es für Erwachsene immer noch schwierig, aber sehr wohl machbar ist, zeigte gestern der amerikanischer Sprinter Wallace Spearmon auf beieindruckende Art und Weise.

Mitten im Jubel über seine Bronze Medaille hinter dem unglaublichen Usain Bolt erfuhr er von seiner Disqualifikation wegen Übertretung. Er versank aber nicht im Boden sondern schritt mit deutlich erhobenem Haupt von dannen. Jubilierend siegen können die meisten, derart ehrenhaft zu verlieren aber nur wenige. Eine Regel fürs Leben: Laß niemals den Kopf hängen!